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RSSPrint

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern hatte ich meine zweite Beisetzung seitdem durch die Corona-Pandemie die Kontakte zu anderen Menschen reduziert werden sollen.

Eigentlich wäre in Ruhlsdorf der halbe Ort erschienen, um dem verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Ganz zu schweigen von der Familie und den Freunden, die um den Verstorbenen trauern. Im Rahmen der gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen war nur der engste Familienkreis anwesend. Wir haben uns telefonisch auf eine kurze und würdevolle Verabschiedung am Grab verständigt. Im strahlenden Sonnenschein unter der Begleitung von Klaviermusik konnten wir Abschied nehmen.

Wir sind verabredet eine große Trauerfeier zu begehen, wenn die Pandemie vorüber ist, damit der Verstorbene den Abschied bekommt, den er sich gewünscht hätte und damit wirklich alle Menschen die Möglichkeit haben sich zu verabschieden.

Gerade in Bezug auf Seelsorge und Beerdigungen haben die neuen digitalen Möglichkeiten ihre Grenzen. Und ich hoffe, dass genau dafür bald die physische Distanz wieder reduziert werden kann. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein Pfarrer, von dem man nur die Stimme kennt, auf einmal die wichtigste Person im eigenen Leben verabschiedet.

Es gibt zurzeit keine einheitliche Regelung für Beerdigungen und ich werde immer versuchen, individuell Absprachen zu treffen. Damit wir herausfinden, was in der gegenwärtigen Situation angemessen ist.

Bisher habe ich persönlich verschiedene Möglichkeiten erlebt:

- Eine Feier am Grab im kleinen Kreis, damit man diesen schweren Tag hinter sich lassen kann
- Die komplette Beerdigung auf die Zeit nach der Pandemie verschieben
- Oder wie beschrieben eine kurze Beisetzung am Grab und ein Trauergottesdienst, wenn wieder viele Menschen beisammen sein dürfen

Ich hoffe, dass uns diese Optionen erhalten bleiben und dass wir keine Beerdigungen ohne Trauerfeier erleben müssen, wie es in Italien leider der Fall ist. Aber selbst dann werden wir einen würdevollen Weg finden, Abschied zu nehmen.
Der Übergang von diesem Leben in Gottes Ewigkeit ist bei aller Trauer über den Abbruch auch immer mit dem Zuspruch von Hoffnung verbunden – darauf sollte niemand verzichten müssen.

Bleiben Sie behütet

Ihr Pfarrer Lucas Ludewig