Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Die Basdorfer Kirche

Text & Fotos: Dietrich Pfaff
Fotos: 28.01. und 21.02.2017
klicken, um Vergrößerungen zu erhalten

Der Kirchenbau
Der Innerraum
Der Glockenturm
Quellenangaben

Der Kirchenbau

Die Basdorfer Kirche ist in ihrer heutigen Form wohl um 1500 aus einem Vorgängerbau des 13. Jahrhunderts entstanden. Letzterer wurde von den Zisterziensern des Klosters Lehnin errichtet. Der rechteckige Saalbau besteht aus verputztem Mischmauerwerk. Der dreiseitige Ostschluss wurde 1480 angefügt. Im Westen befindet sich der querrechteckige Turm aus dem Jahre 1737 mit seinem verbretterten Turmaufsatz und der geschwungenen barocken Haube, deren Traufen gebogen sind und in den 4 Himmelsrichtungen die Zifferblätter der Turmuhr aufnehmen. 1860 erhielt die Kirche schließlich noch eine Südvorhalle, welche nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel entstanden sein soll. Diese neugotische Vorhalle besitzt einen Blendengiebel aus gelben Klinkern und befindet sich vor einem spitzbogigen dreifach gestuften Portal, welches in das Kirchenschiff führt. An der Nordseite befand sich ein ähnliches Portal, welches heute vermauert ist. Schiff und Chor besitzen kleine spitzbogige Fensteröffnungen.

Der Innenraum

Im Inneren zeigt die Kirche ein bemerkenswertes, aus roten Klinkern in Birnstabform bestehendes Sterngewölbe, welches um 1480 mit dem Choranbau entstanden ist. Die Gewölberippen steigen ohne Konsolen frei von der Wand an.

An der Nordostflanke des Chores befindet sich eine kleine spätgotische Sakramentsnische mit einer wimpergartigen Umrahmung und einer Holztür mit spätgotischen Beschlägen in einer Spitzbogenblende.

Ein wuchtiger hölzerner Altaraufsatz von Christian Krüger aus dem Jahre 1707 zeigt auf einem ovalen, schon stark abgedunkeltem Gemälde die Darstellung des Abendmahles und in einem darüber befindlichen Rundbild den Spruch aus dem 1. Korintherbrief Kapitel 11 Vers 28:

der mensch
prüfe aber sich selbst, und
also esse er von diesem
brodte und trincke von
diesem kelche.

Diese Bilder sind umrahmt von einem üppigen Akanthusrankenwerk, der obere Teil wird von zwei nackten Putten getragen.

Die Mosesfigur unter der Kanzel der Dorfkirche von Basdorf

An der Nordseite befindet sich zwischen Schiff und Chor die hölzerne Kanzel von 1690. Sie wird von einer gedrungenen Mosesfigur, welche die Gesetzestafeln in der Hand hält, getragen. Der Kanzelkorb besteht aus fünf rechteckigen Feldern, welche durch gewundene Säulen getrennt sind. Unterhalb jeder Säule befinden sich geschnitzte Köpfe mit orientalischem Kopfschmuck. Über den korinthischen Kapitellen der Säulen sind kleine Engelsköpfe angebracht.

Ein neugotischer Taufständer aus Tonguss (2. Hälfte des 19. Jh.) enthält eine Messingschale vom frühen 18. Jahrhundert.

Eine besondere Seltenheit ist der zehnarmige Messingkronleuchter von 1707. Er befindet sich auf einem Hirschgeweih, welches durch ein kreisförmiges eisernes Band mit dem Leuchter verbunden ist. Die Sage erzählt von einem Hirsch, der im Kampf einen Basdorfer Bauern tötete und von Einwohnern verfolgt in die Kirche flüchtete. Dort wurde er schließlich erlegt und zum Gedenken an den Bauern wurde der Kronleuchter aus dem Geweih des Hirsches geschaffen. Dieses Geweih ist auch im Basdorfer Gemeindewappen zu finden.

 

An der Nordwand des Schiffes befindet sich ein kleines Bronzerelief mit der Kreuztragung Christi. Es handelt sich um einen Abguss einer Bronzeplatte aus der Basilika San Zeno in Verona.

 

Auf der von schlichten Säulen getragenen Westempore steht die 1896 von dem Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller errichtete Orgel. Sie hat ein Manual, ein Pedal und sechs Register und wurde 1992 von der Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam restauriert.

Der Glockenturm

Im Turm befinden sich zwei Glocken, davon eine aus dem Jahre 1826 von Ernst Ludwig Thiele aus Berlin. Der Stundenschlag erfolgte über ein mechanisches Uhrwerk, welches von zwei großen Steingewichten angetrieben wurde. Es musste wöchentlich aufgezogen werden. Im Jahre 2010 wurde der Turmaufsatz neu verbrettert und Uhrwerk und Läutewerk durch eine elektrische Anlage ersetzt.

Quellenangaben

1. Gericke, Wolfgang / Schleiff, Heinrich-Volker / Wendland, Winfried: Brandenburgische Dorfkirchen, Berlin 1975

2. Trost, Heinrich / Becker, Beate / Büttner, Horst / Schröder, Ilse / Stepansky, Christa: Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR - Bezirk Frankfurt/Oder, Berlin 1980

3. Beeskow, Hans-Joachim: Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Barnim, Lübben 1999

4. Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Brandenburg, München und Berlin 2000

Letzte Änderung am: 06.06.2017