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RSSPrint

Weißes Gold auf Wanditzer Altar

Unsere beiden weißen Altarleuchter sind nach notwendig gewordenen Restaurierungsarbeiten pünktlich zum Advent in die Wandlitzer Dorfkirche zurückgekehrt.
Als der Landeskonservator aus Potsdam im Zusammenhang mit der Restaurierung unserer Orgel 2015 in unserer Kirche war, haben ihn die großen Altarleuchter besonders beindruckt. Beim genauen Betrachten der Leuchter konnte er eine kobaltblaue Porzellanmarke an der Innenseite der Leuchter entdecken (siehe Abbildung). Recherchen ergaben, dass es sich dabei um ein Zeichen der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM) Berlin handelt. Mit diesem Zeichen wurden alle im Zeitraum von 1847 - 1849 in der Manufaktur gefertigten Arbeiten gekennzeichnet.

Wir wissen nun, dass unsere Leuchter etwa 170 Jahre alt sind. Sie sind unserer Kirchgemeinde im Jahre 1872 vom Berliner Kaufmann Ohdenhoff geschenkt worden.
Diesen Schatz zu bewahren und zu pflegen ist uns Pflicht und Bedürfnis zugleich.

Die Porzellanleuchter sind etwa 73 cm hoch, bestehen aus drei aufeinandergesetzten Teilen und werden im Inneren von einer speziellen Metallkonstruktion zusammengehalten. Im Laufe der Zeit hatten sich die Teile gelockert und die Stabilität der großen Leuchter war stark gefährdet. Sie zu bewegen und umzustellen war seit Langem sehr gewagt.
Zum Zwecke der Restaurierung haben wir uns an die KPM gewandt und dabei erfahren, dass sie selbst keine Restaurierungen mehr durchführen. Man vermittelte uns einen Restaurator, mit dem die KPM eng zusammenarbeitet. Die Fa. Nebengaus (Vater: Restaurator / Sohn: Porzellandesigner) aus Berlin erklärte sich bereit, unsere Leuchter zu restaurieren. Vater und Sohn waren beeindruckt von Größe und Schönheit unserer Porzellanleuchter und sie zu restaurieren war Ihnen eine Freude. In ihrer Werkstatt wurden die Porzellanteile gereinigt, die Metallhaltekonstruktion überarbeitet und neu justiert. Damit konnte die Stabilität wieder hergestellt werden.
Wilhelm Evermann

Letzte Änderung am: 26.01.2019